Bunte Weltkarte

Kurzvorstellung

Der Lehrstuhl für Historische Pädagogik und Globale Bildung beschäftigt sich mit der pädagogischen Geschichte anthropologischer und sozialer Phänomene wie Erziehung, Bildung und Kultur. In den Vorlesungen und Seminaren lesen und interpretieren die Studierenden gemeinsam historische Texte und andere Quellen, die spannende Einblicke in das pädagogische Denken und Handeln von der Antike bis in die Gegenwart eröffnen. Das Ziel ist es, die Studierenden in das "kulturelle Gedächtnis" der Pädagogik und die damit verbundenen pädagogischen Handlungsfelder, Reflexionsweisen und Ideen einzuführen. Dieses "kulturelle Gedächtnis" ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau einer eigenen kritisch-konstruktiven Haltung.
Bunte Weltkarte
Foto: Pixabay
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Das Forschungsprofil der Professur für Historische Pädagogik und Globale Bildung ist bestimmt:

  • durch die Ausgestaltung der professurbezogenen Forschungsstelle für "Pädagogische Reform".
  • und durch die verantwortliche Mitwirkung am Kolleg "Globale Bildung".

Im Zentrum der entsprechenden Analyse von Bildung und Kultur stehen zwei Fragestellungen:

  • erstens die Frage nach dem Verhältnis von Person und Struktur(en) in Bildungs- und Erziehungsprozessen,
  • zweitens die Frage nach den in Bildungs- und Erziehungsprozessen (kulturell bedingt) anzutreffenden Autoritätsverhältnissen.

Beide Fragestellun­gen sind insofern häufig miteinander verschränkt, als dass durch die Analyse der Verflechtung von Person und Struktur die kulturell bedingten Autoritätsverhältnisse rekonstruiert werden können.

Den Rahmen für diese Fragen bildet der Horizont des Globalen und der Globalisierung, der unter anderem in den Projektperspektiven der UNESCO (z. B. "Education for all") beschrieben wird.

Inhaltlich bewegt sich die Forschung im Rahmen einer systematischen Theorie der Reformpädagogik, einem auf Selbstreflexion ausgerichteten Bildungsverständnis und einer strukturellen Erziehungstheorie.  Verbunden wird all dies in der Suche nach einem anthropologisch akzentuierten Verständnis von Globaler Bildung.

Methodisch versteht sich ein solches Bildungs- und Erziehungsverständnis im Spannungsfeld von Person und Struktur als ein Beitrag zu einer zeitgemäßen Auffassung von Hermeneutik.

Nähere Informationen zur Ausgestaltung des Forschungsprofils findet sich bei den jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Lehrprofil Inhalt einblenden

Die Professur ist im Bereich der Lehre eingebunden in

  • den BA Erziehungswissenschaft - Kernfach und Nebenfach
  • das Jenaer Modell der Lehrerbildung.


Die Professur ist in besonderer Weise mitverantwortlich für

  • den Master-Studiengang "Bildung - Kultur - Anthropologie" und
  • das Studienprogramm im Kolleg "Globale Bildung"


Einige ergänzende Informationen zum Master "Bildung-Kultur-Anthropologie:

Die Entwicklung des forschungsorientierten Master-Studiengangs "Bildung - Kultur - Anthropologie" hat sich in den Jahren 2006 und 2007 parallel zu dem Ausbau des Forschungsschwerpunkts "Laboratorium Aufklärung" vollzogen. Die Professur für Historische Pädagogik und die für Allgemeine Pädagogik (Prof. Dr. Michael Winkler), die für Vergleichende Pädagogik (JProf. Dr. Karsten Kenklies) sowie die Professur für Erwachsenenbildung (Prof. Dr. Käthe Schneider) sind für die pädagogische Grundausrichtung zentral verantwortlich. Dieser MA "Bildung - Kultur - Anthropologie" ist mit seinem fachlichen Kern erziehungswissenschaftlich ausgerichtet und zugleich im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften interdisziplinär (sowie fakultätsübergreifend) angelegt.Beteiligt sind die Evangelische Theologie, die Altertumswissenschaften, die Germanistische Literaturwissenschaft, die Kulturwissenschaft, die Politikwissenschaft und die Soziologie. Das Ziel des Studiengangs besteht in der Erkenntnis der fun­damentalen Bedeutung, die das Bildungsdenken in seiner historischen Entwicklung für das moderne Selbstverständnis des Menschen hat. Im Hintergrund steht die Frage, wie die Leitidee "Bildung" konzeptionell und normativ Entwicklungs- und Lernprozessen zugrunde gelegt wird, die gesellschaftlich, kulturell, aber auch individuell ausgelöst und organisiert werden. Bildung wird dabei verstanden als eine Heraus­forderung, die durch den normativen Anspruch der Aufklärung ihre entscheidende Zuspitzung erfahren hat: der auf sich selbst verwiesene "freie" Mensch steht vor der Aufgabe, sich reflexiv zu seinen Begrenzungen und Möglichkeiten zu verhalten und in diesem Rahmen eine entsprechende Urteilsfähigkeit auszubilden.

Dies alles geschieht in einem globalen Horizont, der unter anderem von der UNESCO repräsentiert wird. Dieser Studiengang wird im Rahmen des "Instituts für Bildung und Kultur" (IBK) als eine Ausgangsbasis dafür gesehen, sich in den derzeit breit diskutierten Zusammenhang einer "Education for all" mit einer auf den Zusammenhang von Bildung und Kultur bezogenen Perspektive einbringen zu können.

 

Kooperation mit der Stiftung Deutsche Landerziehungsheime Inhalt einblenden

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Landerziehungsheime und den Hermann Lietz-Schulen veranstaltet der Lehrstuhl Vorlesungsreihen mit namhaften Pädagogen zu den Themenkomplexen Erziehung - Bildung - Anthropologie. Die Programme der jeweiligen Reihe werden hier veröffentlicht.

Lietz-Lectures 2009 (Prof. Dr. Hein Retter, TU-Braunschweig)

Lietz-Lectures 2010 (Prof. Dr. Klaus Prange, Eberhard Karls Universität Tübingen)

Lietz-Lectures 2011 (Prof. Dr. Dorothee Röseberg, Martin-Luther-Universität Halle)

Lietz-Lectures 2012 (Prof. Dr. Rotraud Coriand, Universität Duisburg-Essen)

Lietz-Lectures 2013 (Prof. Dr. Dirk Oesselmann, Evangelische Hochschule Freiburg)

Lietz-Lectures 2014 (Prof. Dr. Volker Lenhart, Universität Heidelberg)

Lietz-Lectures 2015 (Roger Behrens, Freier Autor)

Lietz-Lectures 2016 (Prof. Dr. Norm Friesen, Boise State University/USA)

Lietz-Preis für Pädagogische Grundlagenforschung

Die Forschungsstelle "Pädagogische Reform" am Lehrstuhl für Historische Pädagogik und Globale Bildung schreibt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Landerziehungsheime/Hermann-Lietz-Schulen seit 2008 jährlich einen Lietz-Preis für Pädaggogische Grundlagenforschung aus.

Eingereicht werden können grundlagentheoretische Abschlussarbeiten zur Allgemeinen, Histo­rischen oder Vergleichenden Pädagogik oder der Evangelischen Theologie (Magister­arbeit, Dissertation), die im jeweils vorangegangenen Jahr an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einem überdurchschnittlichen Prädikat bewertet wurden.

Erinnert werden soll mit dem Preis an Leben und Werk des pädagogischen Reformers Hermann Lietz, der in aller heute als problematisch zu empfindenden Zeitgebundenheit mit der Gründung der Landerziehungs­heime und seinen Schriften die soziale Dimension und strukturelle Beschaffenheit der Erziehung beispielhaft in den Mittelpunkt gerückt hat. Wie bei seinem Jenaer Lehrer Wilhelm Rein waren für ihn dabei auf protestanti­schem Hinter­grund grundlagen­theore­tische Fragestellungen von zentraler Bedeutung.

Der Jury gehören fünf Pädagogen und Theologen an. Dies sind zur Zeit:

Prof. Dr. Norbert Collmar (Ev. Fachhochschule Ludwigsburg)

Prof. Dr. Rotraud Coriand (Universität Duisburg-Essen)

Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz (Institut für Bildung und Kultur; Universität Jena)

Ulrike Kramer (Stiftung Deutsche Landerziehungsheime)

Prof. Dr. Michael Winkler (Institut für Bildung und Kultur; Universität Jena)

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